Viele Veränderungen und eine schwierige Zeit...

Mittwoch, 23.12.2015

Merry Christmas erst einmal aus Neuseeland smile,

In der letzten Zeit habe ich wieder vieles erlebt und es hat sich auch einiges verändert. Ich kann davon erzählen, dass ich neben den schweren Arbeitstagen im November auch immer noch zu den Chorproben gegangen bin und so ein wunderbares Konzert mitgestaltet habe. Die Aufführung von Händels Messias war ein großer Erfolg und der Chor war mir für meine Unterstützung am Ende sehr dankbar. Ende November habe ich dann zufälligerweise auf der Straße eine ältere Dame kennengelernt, und wie es der Zufall will war sie mit ihrem Sohn grade an diesem Tag auf dem Weg in den Supermarkt um eine Wohnungsanzeige auszuhängen. Ich habe mir noch am selben Tag die Zimmer in ihrem Haus angeschaut und tagsdrauf mit Sam beschlossen umzuziehen. Die Wochen bei der koreanischen Familie waren fast unerträglich, der dauernde Streit mit der Familie hat auch uns Nerven gekostet. Am Ende waren wir überglücklich, haben den ganzen Umzug an einem Tag durch Hilfe von Sams Freund bewältigt und fühlen uns jetzt schon seit 3 Wochen sehr wohl in dem neuen Zuhause. Wir haben ein großes Zimmer, in dem ich auch nicht mehr auf dem Boden schlafen muss, eine getrennte Küche und Bad und wir zahlen auch noch viel weniger als zuvor. Die Familie ist so lieb und auch der große Golden Retriver Mac ist mir ans Herz gewachsen. Die gemeinsamen Gespräche am Abend mit unserer 60 jährigen Vermieterin sind sehr schön, sodass wir uns hier fast wie in einer großen Familie fühlen in der auch Vertrauen wichtig ist, wenn ich z.B. alleine mit dem Auto fahren darf. Sie kümmert sich um uns, und im Gegenzug helfen wir auch gerne mal im Haushalt. Im Dezember hatte ich nochmal ein Weihnachtskonzert und die letzten Wochen waren geprägt von einigen Weihnachtsfeiern.

Vor ca. 2 Wochen habe ich die Nachricht von meinem Boss bekommen, dass ich für eine geringe Zeit nicht mehr auf der Kiwiplantage arbeiten kann, da in dieser Zeit nur erfahrene Arbeiter benötig werden. Ich habe versucht diese Zeit irgendwie zu überbrücken, indem ich etwas anderweitig Geld verdienen wollte. Ich habe Autos geputzt, auf dem Bau geholfen und ein Haus gestrichen und das alles zu einem ganz geringen Lohn, nur um etwas Geld zu verdienen. Letzte Woche habe ich dann an einem Morgen mein Vorhaben, welches ich schon länger im Kopf hatte in die Tat umgesetzt. Ich bin von Tauranga die 400 km zu meinen argentinischen Freunden nach Hastings gefahren in der Hoffnung dort auf den Apfelplantagen zu helfen. Es ging für mich durch einen schönen Nationalpark

 

vorbei an Wasserfällen zur Hawke´s Bay im Süden der Nordinsel.

3 Nächte habe ich bei Regen auf einem Zeltplatz verbracht und mit meinen Freunden auf der Apfelplantage gearbeitet.

Es war eine aufregende Erfahrung aber wie froh war ich danach auch wieder in meinem gemühtlichen Bett zu liegen mit der Bestätigung am nächsten Tag wieder auf der Kiwiplantage arbeiten zu können. Daraus ist dann aber nichts geworden, worüber ich mich immer noch ärgere. Ohne die Bestätigung wäre ich noch eine Weile dort geblieben, so sitze ich wieder in meinem Zimmer und habe im Moment keinen Job.  

Jetzt steht Weihnachten erstmal vor der Tür und ich will diesen ganzen Stress vergessen. Nach Weihnachten soll es wirklich wieder Arbeit geben und dann heißt es auch wieder von Morgens bis Abends arbeiten und bis ich dann Ende Januar anfange zu reisen, kann ich ja noch viel Geld verdienen, wahrscheinlich wechsel ich bei Gelegenheit auch nochmal den Job und arbeite in einer Fabrik.

Auch hier kommt bei dem heißen Wetter ein wenig Weihnachtsstimmung auf, wenn überall Weihnachtslieder zu hören sind und manche Häuser im bunten Licht erstrahlen. 

Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Euer Marco